Persönliche Meinungen eines Experten für Umwelt-Informatik (siehe auch www.eenergie.net/wiki)

Stromtrassen: nein-danke?

Ulrich Schaaf  November 6 2014 14:07:56
Martin Ferbers Kommentar in der Allgäuer Zeitung vom 05.11.14

Zwischen Pest und Cholera


macht sich die Argumentation der Übertragungsnetzbetreiber und der Bundesnetzagentur zu eigen.

Seehoffer "koppelt sich ab und riskiert damit die Zerschlagung und Zweiteilung des bislang einheitlichen deutschen Strommarktes. Das aber hätte zur Folge dass im Süden und Südwesten der Strom um bis zu 30 Prozent teurer wird, in Nord- und Ostdeutschland dagegen deutlich billiger"

Das ist die Drohung, mit der Herr Gabriel die Stromtrassen durchkriegen will. Weitere Argumente für die Trasse in der Welt vom 06.02.14 LINK
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Image:Stromtrassen: nein-danke? Natürlich muss die Situation realistisch betrachtet werden!
  • Bayern hat einen Atomstrom-Anteil von 47%
  • bis 2022 sollen die Atomkraftwerke stillgelegt sein
  • im Norden gibt es einen Wind- und Kohlestrom-Überschuss
  • der Ersatz des Atomstroms durch Gaskraftwerke ist wohl teurer als der Stromtransport durch die großen Stromleitungen

Ich habe trotzdem bei der Bürgerinitiative "Megatrasse - Lech" unterschrieben.

Deren Argumente scheinen mir plausibel:
  • Änderungen am Stromnetz werden nicht pauschal abgelehnt, insb. die Thüringer Strombrücke, die einen kritischen Engpass im deutschen Stromnetz darstellt.
  • Der Vorrang regionaler und dezentraler Energieerzeugung wird durch die großen Trassen verhindert.
  • Das grundsätzliche Misstrauen gegenüber den Institutionen, die den Netzentwicklungsplan gemacht haben teile ich. Es geht auch ne Nummer kleiner!

Und obwohl ich nicht zur Stamm-
wählerschaft von Herrn Seehofer gehöre, finde ich die Politik der bayerischen Staatsregierung richtig.


Die Diskussion mit den Bürgern muss stattfinden und die Fachleute müssen bessere Argumente liefern.
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